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Konversionsprozess mit ehtischem Tiefgang

Anfang der neunziger Jahre wurden infolge militärischer Umstrukturierungsprozesse die Wittich- und die Hindenburgkaserne von der Bundeswehr aufgegeben. Damit war der Weg frei, auf dem städtbaulich attraktiven Areal im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe eine Stadtentwicklungsplanung in Gang zu setzen. Die Umnutzung militärischer Liegenschaften für zivile Zwecke, aus dem Konversionsgelände sollte ein Stück gemischt genutzte Stadt mit dem Namen Marbachshöhe werden, stellte für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar.

Das Kasernenareal war seit 1935 abschnittsweise bebaut worden, 1990 fanden sich dort 45 militärtypische Gebäude: von Unterkunfts- und Wirtschaftsgebäuden über Kfz-Werkhallen und Tankstellen bis hin zu Sporthallen, Bunkern und Hubschrauberlandeplätzen. Im April 1993 beschlossen die städtischen Gremien die Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme, am 25. September 1996 wurde ein städtebaulicher Vertrag unterzeichnet, der den Beginn der Bodensanierungs- und Erschließungsmaßnahmen einleitete. Im Herbst 2000 wurden die öffentlichen Baumaßnahmen abgeschlossen, parallel werden die bestehenden Gebäude einer privaten Nutzung zugeführt. Ende 2006 sind alle Neubaumaßnahmen auf der Marbachshöhe abgeschlossen.

Zeitschiene

ab 1935: Abschnittsweise Bebauung, Auslagerung der Wehrmachtsanlage aus dem Stadtbereich

ca. 1955 - Anfang 90iger Jahre: Nutzung durch Bundeswehr

1993: Ankündigung der vollständigen Räumung infolge militärischer Umstrukturierungs- prozesse; im April Beschluss der städtischen Gremien zur Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme; Ende des Jahres erste Bestandsaufnahme durch die WOHNSTADT

1994: Aufgabe durch die Bundeswehr im Lauf des Jahres

1994/95: Masterplanung durch die WOHNSTADT

1995 Juni: Beschluss der Masterplanung durch die Stadtverordnetenversammlung; erste Umbaumaßnahmen im Bestand

1995/96: Verhandlungen zwischen Bund, Stadt, WOHNSTADT/GWG über Verträge

25.09.1996: Unterzeichnung des Städtebaulichen Vertrages; Arbeitsbeginn „Arge Marbachshöhe“ aus WOHNSTADT/GWG zur Umsetzung der Ordnungs-, Bodensanierungs- und Erschliessungsmaßnahmen

1997 Mai: Baubeginn; Juni: Magistratsbeschluss zur Umbenennung der ehemaligen Wittich- und Hindenburg-Kaserne in „Marbachshöhe“

1999 Mai-Dezember: Errichtung der öffentlichen Grünflächen

2000 Herbst: Abschluss der öffentlichen Baumaßnahmen

2006 voraussichtliches Ende der letzten Hochbaumaßnahmen

Besonderheiten und Statistisches

Im Kasseler Westen gelegen, befindet sich die Marbachshöhe etwa 4 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Im Süden grenzt das ehemalige Kasernenareal an den Marbachsgrünzug, ein Landschaftsschutzgebiet mit wichtiger Bedeutung für die Frischluftzufuhr in die Stadt.
Das neue Quartier umfasst eine Siedlungsfläche von etwa 25 Hektar, ca. 25 Mio. DM wurden für öffentliche Baumaßnahmen investiert. Nach dem Endausbau befinden sich auf ca. 140 Grundstücken etwa 680 Wohneinheiten und ca. 1000 Arbeitsplätze sind vor Ort entstanden. Die Sieldungsflächen teilen sich auf in: 34% Wohngebiet, 30% Misch- und Gewerbegebiet/Einzelhandel, 5% Gemeinbedarf, 31% öffentliche Grün- und Verkehrsflächen. Ein geschätztes Volumen von 300 Mio. DM Gesamtinvestitionssumme ist die durch die Konversion zu einem Stück gemischt genutzter Stadt ausgelöst worden. Etwa 2000 Menschen leben im Quartier.
Weiteres in >> Statistische Informationen

Auszeichnung mit Deutschem Spielraumpreis
Das Ensemble um den ehemaligen Exerzierplatz steht unter Denkmalschutz und die „Umnutzung militärischer Liegenschaften für zivile Zwecke“ hat einen Konversionsprozess mit ethischem Tiefgang entwickelt. Für die „Umstrukturierungen eines Kasernengeländes in höchster funktionaler und gestalterischer Qualität“, so due Jury, wurde die ARGE Marbachshöhe, bestehend aus Wohnstadt und GWG, mit dem Deutschen Spielraum-Preis 1999/2000 ausgezeichnet. Das Preisgeld wurde gespendet und in dem Drachen verbaut, der vor dem Kinder- und Jugendcircus Rambazottt auf seine Vollendung wartet.

Kreatives Wohn- und Arbeitsumfeld
Miet- und Eigentumsformen in allen Kategorien finden sich im Quartier, die Marbachshöhe ist ein Kinder- und kommunikationsfreundliches Wohnumfeld, das Bewegung zulässt und Freiräume schafft. Familien finden im Vierteil ein vielfältiges Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen. Daneben haben sich verschiedenste Erwachsenenbildungseinrichtungen am Standort niedergelassen.
In ehemaligen Panzergaragen und Wartunghallen haben sich Kleingewerbetreibende, Künstler, Kunstwerkstätten und der Kinder- und Jugendcircus angesiedelt. Ebenfalls dort zu finden: ein ökologischer Mittagsimbiss mit samstäglichen Wochenmarkt.